Freiwillige Feuerwehr Hünfelden

– Zeit für die Mondscheinübung der Jugendfeuerwehr Kirberg. So wurden an einem spannenden Übungsabend gleich mehrere Einsatzszenarien abgearbeitet: Alarmierungen zu einem Waldbrand, einem Chlorgasaustritt mit Menschenrettung sowie einem Verkehrsunfall erwarteten die 28 einsatzbereiten Jugendlichen.

Der Übungsabend begann mit einem gewöhnlichen Unterricht zum Thema „Gefahrgut“. Doch noch bevor dieser zum Ende kam, wurden die aufmerksamen Zuhörer von einem anderen Ton unterbrochen: Die Sirene ertönte und rief zum ersten Übungseinsatz auf. Es ging zu einem Waldbrand nahe der Dauborner Schule. Fix stürmten die Jugendlichen in die Umkleide, bewaffneten sich mit ihrem Feuerwehrschutzanzug, festem Schuhwerk, Helm und Handschuhen und verteilten sich auf die Fahrzeuge. In Dauborn angekommen begannen sie von zwei Seiten her einen Löschangriff aufzubauen, um das vermeintlich brennende Waldstück zu löschen.

Schule Dauborn
Im Schein des Mondlichtes wurde die Wasserversorgung aufgebaut.

Darüber hinaus wurden noch zwei Personen gerettet, die wohl versucht hatten, den Brand selbst zu bekämpfen. Die Beleuchtung der Einsatzstelle durfte in dieser dunklen Jahreszeit auch nicht fehlen und wurde im Nu aufgebaut. So war der Einsatz dank vieler fleißiger Händen schnell erledigt.

Zurück im Kirberger Feuerwehrhaus wartete bereits eine wärmende Suppe zur Stärkung auf die Jugendlichen und ihre Betreuer. Doch viel Zeit zum gemütlichen Verweilen blieb nicht – der letzte Suppenteller war soeben ausgelöffelt, da schallte zum zweiten Mal die Sirene durch den Raum. Diesmal hieß der Einsatzauftrag „Chlorgasaustritt im Kirberger Schwimmbad“. Bereits bei der Anfahrt war klar, dass nun die Informationen aus dem vorherigen Unterricht zum Thema „Gefahrgut“ benötigt wurden. So wurde der betroffene Gefahrenbereich am Kirberger Schwimmbad gleich zu Beginn großräumig abgesperrt. Die beiden Angriffstrupps wurden mit zusätzlichen Schutzanzügen ausgerüstet, die den Chemikalien im Gefahrenbereich trotzen sollten. Nur so war es den beiden Trupps erlaubt, den Gefahrenbereich zu betreten, um zur Menschenrettung vorzugehen und die giftigen Dämpfe niederzuschlagen. Drei Personen mussten schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich gebracht werden – eine enorme Last für die beiden Angriffstrupps, die an der Unglücksstelle ganz auf sich allein gestellt waren. Erst an der Grenze zum Absperrbereich konnten weitere Helfer beim Dekontaminieren der gefundenen Personen unterstützen. Dafür wurde ein sogenanntes „Dekon“-Becken aufgebaut, in dem alle Personen, die den Gefahrenbereich betreten hatten, mit Wasser gesäubert wurden. Damit war es gelungen, dass nur so wenig Einsatzkräfte wie nötig mit dem Chlorgas in Berührung kamen.

Schwimmbad
In diesem Dekon-Becken wurden die geretteten Personen gesäubert.

Nur kurz war es im Anschluss möglich, sich im Feuerwehrhaus wieder aufzuwärmen – ein unmittelbarer Folgeeinsatz ließ nicht lange auf sich warten. Zu später Stunde hatte sich noch ein Verkehrsunfall im Kirberger Gewerbegebiet ereignet. Aufgrund der eisigen Temperaturen sollte es nun schnell gehen: Parallel wurden alle verunglückten Personen betreut, die verunfallten Fahrzeuge gesichert und unterbaut, die unter einem Fahrzeug eingeklemmte Person durch das Anheben des Fahrzeugs befreit und die gesamte Einsatzstelle mit Licht ausgeleuchtet. So waren auch bei diesem letzten Einsatz schon spät am Abend alle anwesenden Kräfte gefordert, um schnellstmöglich an allen Ecken zusammen zu arbeiten.

Verkehrsunfall
Mit dem Hebekissen konnte das Unglücksfahrzeug angehoben werden, um die darunter eingeklemmte Person zu befreien.

So konnte auch dieses Szenario gemeinsam erfolgreich gemeistert und einiges an Erfahrung zu den verschiedensten Einsatzgebieten mit nach Hause genommen werden.

NACHRUF

In tiefer Betroffenheit haben wir die Nachricht

vom Tod des langjährigen stellv. Wehrführers des Wehr Hünfelden – Nauheim erhalten.

Herrn Horst Müller

*14.01.1938         †07.11.2018

                                                                                   

Wir trauern um einen Menschen, für den Hilfsbereitschaft und Kameradschaft nicht nur Worte, sondern eine Lebenseinstellung waren.

Während seinen langjährigen Einsatz von 20 Jahren als stellv. Wehrführer hat er sich zum Wohle seiner Mitmenschen der Gemeinde Hünfelden/Nauheim verdient gemacht.

Durch seinen Tod hat die Freiwillige Feuerwehr Nauheim einen beliebten, von allen

geschätzten Kameraden verloren.

Die Freiwillige Feuerwehr spricht der Familie und den Angehörigen ihr tiefstes

Mitgefühl aus und trauert mit Ihnen.

 

Silvia Scheu-Menzer                            Mario Bauer                                      Jürgen Wilhelm

Bürgermeisterin                       Gemeindebrandinspektor                             Wehrführer

Gemeinde Hünfelden                       Feuerwehr Hünfelden                      Feuerwehr Nauheim

Unser aktiver Feuerwehrkamerad Nick Netter aus der Wehr Nauheim
ist gestern Nacht viel zu früh von uns gegangen.

Wir trauern um unseren Kameraden und sind in Gedanken bei seiner Familie
und den Nauheimer Kameradinnen und Kameraden.

R.I.P. lieber Nick

Wappen mit Trauerflor.jpg

Am 04.11.2018 fand die diesjährige Abschlussübung der Feuerwehren Kirberg und Ohren statt. Das Übungsobjekt war die „Schottener Wohn- und Pflegeeinrichtung“ in Kirberg, welche aktuell 48 Bewohner umfasst.

Bei dem angenommenen Übungsszenario handelte es sich um einen Brandausbruch im Aufenthaltsbereich des ersten Obergeschosses im vorderen Gebäudeteil, zwei Personen galten zunächst als vermisst. Um den umfangreichen Einsatz zu organisieren, wurden mehrere Abschnitte gebildet, die von dem Einsatzleiter und örtlichen Wehrführer Jürgen Lang aufeinander abgestimmt wurden.

Der Abschnittsleiter „Innenangriff“ musste alle Trupps im Innenangriff unter Atemschutz koordinieren, was sich als sehr komplex herausstellte. Insgesamt fünf Trupps suchten parallel Erdgeschoss, erstes Obergeschoss und Dachgeschoss nach Personen ab. Die obersten Aufgaben der Trupps lagen bei der Menschenrettung und der Brandbekämpfung.

Menschenrettung

Ein Sicherheitstrupp wurde nach der Meldung „Feuer aus!“ ebenfalls zur Menschenrettung eingesetzt, da noch zwei weitere Personen im Gebäude vermutet wurden. So konnte eine Person im Lüftungsraum des Dachgeschosses und eine weitere Person im Abstellbereich gefunden werden. Auch der zweite Rettungsweg über die Steckleiter wurde bei der Menschenrettung genutzt. Der Melder des LF 16 übernahm die gesamte Atemschutzüberwachung, unterstützt durch den Melder des LF 8.

Atemschutzüberwachung

Auch die Technische Einsatzleitung (TEL), bestehend aus Feuerwehrkameraden der Führungsgruppe Hünfelden, war bei der Übung vor Ort: Ihre Aufgabe bestand darin, die Evakuierung des ersten Obergeschosses mit rund 24 Bewohnern durchzuführen und den Bereitstellungsraum für weitere Einsatz- und Hilfskräfte aufzubauen. Außerdem übernahm sie den Funkkontakt zwischen Leitstelle und Einsatzleitung sowie die Einsatzdokumentation.

Da der Brandausbruch auch von außen deutlich sichtbar war, wurde zudem unmittelbar ein Löschangriff von außen aufgebaut. Der Abschnittsleiter „Wasserversorgung und Außenangriff“ hatte dafür die Mannschaften des LF 8, des TSF sowie des MTF zu koordinieren. Alle vorhandenen Atemschutzgeräteträger wurden zuvor dem Abschnittsleiter „Innenangriff“ übergeben. Die Wasserentnahme erfolgte aus einem nahegelegenen Unterflurhydranten, sodass der Außenangriff mit drei Strahlrohren schnell aufgebaut war. Aufgrund der hohen Lage des Gebäudes und dem großen Wasserbedarf gestaltete sich die Wasserversorgung jedoch schwierig. Sechs Strahlrohre waren insgesamt im Innen- und Außenangriff im Einsatz, sodass eine große Menge Löschwasser mit ausreichendem Druck gefragt war. Es wurde daher eine weitere, unabhängige Wasserversorgung über eine lange Wegstrecke von 450 Metern ab dem Feuerwehrhaus in Kirberg gelegt. Hierfür wurden der gesamte Schlauchanhänger des LF 8 sowie sämtliche weitere vorhandene Rollschläuche verwendet.

Wasserversorgung

Der erfolgreichen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte in allen Bereichen war letztlich zu verdanken, dass auch ein solch großes Brandszenario in rund zwei Stunden bewältigt werden konnte.

„Brand in der Maschinenhalle eines Bauernhofes, mehrere Personen werden vermisst“ – so lautete der Einsatzauftrag, mit dem Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehr Kirberg zur gemeinsamen Übung alarmiert wurden. Aus je zwei „Jungen“ und einem „Alten“ setzten sich die vorgehenden Trupps bei diesem Szenario zusammen. So konnten einsatztaktische Grundlagen aus der Einsatzabteilung an jeder Stelle individuell an die jungen Trupps weitergegeben werden.

 Zunächst erkundeten die Gruppenführer die Lage und fanden heraus, dass sich neben der brennenden Maschinenhalle auch ein Autounfall mit überrollter und eingeklemmter Person ereignet hatte. Nach kurzer Abstimmung innerhalb des Führungsteams war klar, wie die Aufgaben unter den Fahrzeugen verteilt werden sollten: Die Mannschaft des LF 16 war für die Befreiung der verunfallten Person unter dem Fahrzeug zuständig, da das LF 16 alle notwendigen Materialien für die technische Hilfeleistung bereithielt. Das Unfallfahrzeug wurde mit Rüstholz unterbaut und für das Anheben mit den Lufthebekissen vorbereitet. Dabei kamen auch einige taktische Grundlagen des TH-VU Lehrgangs zum Zug, welchen Kameraden der Einsatzabteilung erst vor Kurzem besucht hatten. Parallel dazu wurde die eingeklemmte Person betreut und Sanitätsmaterial bereitgestellt.

Verkehrsunfall
Viele Hände waren gefragt, um die Person unter dem Fahrzeug zu befreien.

Auch die Mannschaften des LF 8 und des MTF waren fleißig: Sie bauten die Wasserversorgung aus einem nahegelegenen Unterflurhydranten auf und bereiteten den Löschangriff vor. Drei Trupps rüsteten sich mit den Atemschutzgeräten und präparierten Masken aus, sodass sie realistisch bei nahezu keiner Sicht vorgehen mussten. Wie im realen Einsatz wurde nun zunächst die Türöffnung geübt, bevor die Dreiertrupps die Halle betraten und rechter bzw. linker Hand entlang absuchten, um die vermissten Personen und die Feuerquellen zu finden.

Türöffnung
Hier lernten die Jugendlichen die taktische Vorgehensweise beim Öffnen einer Tür zu einem Brandraum.

Eine spannende wie auch anstrengende Aufgabe für die Jugendlichen – in der dunklen Halle mussten die Trupps sich voll und ganz auf ihren Tastsinn und ihre Kommunikation verlassen. Zudem war ein erhebliches Maß an Kraft gefordert, um den mit Wasser gefüllten Schlauch mit durch die gesamte Halle zu ziehen. Doch die Teamarbeit und der Krafteinsatz zahlte sich aus: Zwei Erwachsene und ein Kleinkind wurden in der Halle gefunden und gemeinschaftlich ins Freie getragen.

Innenangriff
Geschickt arbeiteten sich die Trupps durch die Halle vor und konnten die vermissten Personen finden.

Dort übernahmen weitere Trupps die Personenbetreuung und gaben ihr Bestes im Bereich der ersten Hilfe. Auch die Feuer in der Halle konnten entdeckt und gelöscht werden. Die Jugendlichen im Innenangriff haben dabei einiges über den Atemschutzeinsatz gelernt – besonders die Anstrengung blieb in Erinnerung. Unverstellbar war jedoch auch die langsame Geschwindigkeit, mit der sie sich aufgrund mangelnder Sicht fortbewegten – so schien die von außen übersichtlich aussehende Halle im Inneren plötzlich unendlich lang zu sein.
Draußen bauten die verbleibenden Trupps währenddessen weitere Rohre zum Löschen und zum Schutz der benachbarten Gebäude auf. Ebenso wurden mehrere Lichtmasten in Stellung gebracht, um die Einsatzstelle von allen Seiten her zu beleuchten.

 Dabei halfen die älteren Einsatzkräfte den Jugendlichen stets beim Aufbauen der notwendigen Aggregate und Materialien und konnten anleiten, wie bei den verschiedenen Aufgaben vorgegangen wird. So wurden Hand in Hand alle Einsatzaufträge in nur einer Stunde komplett erledigt – rund 40 Einsatzkräfte haben dabei einiges gelernt und ihr Wissen weitergeben können.