Freiwillige Feuerwehr Hünfelden

„Brand in der Maschinenhalle eines Bauernhofes, mehrere Personen werden vermisst“ – so lautete der Einsatzauftrag, mit dem Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehr Kirberg zur gemeinsamen Übung alarmiert wurden. Aus je zwei „Jungen“ und einem „Alten“ setzten sich die vorgehenden Trupps bei diesem Szenario zusammen. So konnten einsatztaktische Grundlagen aus der Einsatzabteilung an jeder Stelle individuell an die jungen Trupps weitergegeben werden.

 Zunächst erkundeten die Gruppenführer die Lage und fanden heraus, dass sich neben der brennenden Maschinenhalle auch ein Autounfall mit überrollter und eingeklemmter Person ereignet hatte. Nach kurzer Abstimmung innerhalb des Führungsteams war klar, wie die Aufgaben unter den Fahrzeugen verteilt werden sollten: Die Mannschaft des LF 16 war für die Befreiung der verunfallten Person unter dem Fahrzeug zuständig, da das LF 16 alle notwendigen Materialien für die technische Hilfeleistung bereithielt. Das Unfallfahrzeug wurde mit Rüstholz unterbaut und für das Anheben mit den Lufthebekissen vorbereitet. Dabei kamen auch einige taktische Grundlagen des TH-VU Lehrgangs zum Zug, welchen Kameraden der Einsatzabteilung erst vor Kurzem besucht hatten. Parallel dazu wurde die eingeklemmte Person betreut und Sanitätsmaterial bereitgestellt.

Verkehrsunfall
Viele Hände waren gefragt, um die Person unter dem Fahrzeug zu befreien.

Auch die Mannschaften des LF 8 und des MTF waren fleißig: Sie bauten die Wasserversorgung aus einem nahegelegenen Unterflurhydranten auf und bereiteten den Löschangriff vor. Drei Trupps rüsteten sich mit den Atemschutzgeräten und präparierten Masken aus, sodass sie realistisch bei nahezu keiner Sicht vorgehen mussten. Wie im realen Einsatz wurde nun zunächst die Türöffnung geübt, bevor die Dreiertrupps die Halle betraten und rechter bzw. linker Hand entlang absuchten, um die vermissten Personen und die Feuerquellen zu finden.

Türöffnung
Hier lernten die Jugendlichen die taktische Vorgehensweise beim Öffnen einer Tür zu einem Brandraum.

Eine spannende wie auch anstrengende Aufgabe für die Jugendlichen – in der dunklen Halle mussten die Trupps sich voll und ganz auf ihren Tastsinn und ihre Kommunikation verlassen. Zudem war ein erhebliches Maß an Kraft gefordert, um den mit Wasser gefüllten Schlauch mit durch die gesamte Halle zu ziehen. Doch die Teamarbeit und der Krafteinsatz zahlte sich aus: Zwei Erwachsene und ein Kleinkind wurden in der Halle gefunden und gemeinschaftlich ins Freie getragen.

Innenangriff
Geschickt arbeiteten sich die Trupps durch die Halle vor und konnten die vermissten Personen finden.

Dort übernahmen weitere Trupps die Personenbetreuung und gaben ihr Bestes im Bereich der ersten Hilfe. Auch die Feuer in der Halle konnten entdeckt und gelöscht werden. Die Jugendlichen im Innenangriff haben dabei einiges über den Atemschutzeinsatz gelernt – besonders die Anstrengung blieb in Erinnerung. Unverstellbar war jedoch auch die langsame Geschwindigkeit, mit der sie sich aufgrund mangelnder Sicht fortbewegten – so schien die von außen übersichtlich aussehende Halle im Inneren plötzlich unendlich lang zu sein.
Draußen bauten die verbleibenden Trupps währenddessen weitere Rohre zum Löschen und zum Schutz der benachbarten Gebäude auf. Ebenso wurden mehrere Lichtmasten in Stellung gebracht, um die Einsatzstelle von allen Seiten her zu beleuchten.

 Dabei halfen die älteren Einsatzkräfte den Jugendlichen stets beim Aufbauen der notwendigen Aggregate und Materialien und konnten anleiten, wie bei den verschiedenen Aufgaben vorgegangen wird. So wurden Hand in Hand alle Einsatzaufträge in nur einer Stunde komplett erledigt – rund 40 Einsatzkräfte haben dabei einiges gelernt und ihr Wissen weitergeben können.

Am 30.09.2018 wurde die Jugendflamme in Villmar-Weyer abgenommen. Die Jugendflamme ist eine Auszeichnung für Jugendliche der Jugendfeuerwehr, die aus drei Stufen besteht. Dabei wird einiges an feuerwehrtechnischem Wissen und Können voraussetzt. Sie besteht jeweils aus einem Fragebogen, einer Schaumübung, Erste- Hilfe, einer Präsentation (nur für Stufe 3), einem sportlichen Teil und einer Verkehrsabsicherung. Die Aufgaben mussten jeweils in Gruppen bewältigt werden.

Gruppenfoto

Die erste Aufgabe bestand daraus, den Fragebogen zu meistern: Von 20 Fragen mussten mindestens 15 richtig beantwortet sein. Keine leichte Aufgabe, denn die Fragen reichten von „Wie heißt die Bundeskanzlerin?“ bis zu „Was bedeutet DLK 18/12?“.

Fragebogen

Nachdem diese Hürde überstanden war, ging es über zur Präsentation. Mit dem Thema „Die Geschichte der Jugendfeuerwehr im Kontext zu Kirberg“ wird der Vortrag gleichzeitig als Grundlage zur Festschrift des Jubiläums der Jugendfeuerwehr im Jahre 2020 genutzt.
Auf die erfolgreiche Präsentation folgten die Stationen des sportlichen Teils, der aus Aufgaben wie Feuerwehrknoten anlegen, einen Schlauch fehlerfrei auswerfen und ankuppeln und eine Feuerwehrleine werfen bestand - natürlich alles unter Zeitdruck. Als auch das ohne Fehler gemeistert wurde und alle übrigen Disziplinen bestanden waren, ging es an die Schaumübung.

Befehlsgabe

Da mehrere Jugendliche die Stufe 2 und Stufe 3 absolvierten, mussten sie die Übung teilweise sogar zweimal mitmachen. Ohne ernsthafte Schwierigkeiten wurde die Übung dann vollzogen und die Gruppe wurde vom Wertungsrichter gelobt.

Schaumangriff Stufe3

Es sollte also keine Überraschung mehr sein, dass alle Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Kirberg bestanden haben. Insgesamt haben neun Jugendliche die Jugendflamme Stufe 2 erhalten und sieben Jugendliche die Stufe 3. Alles im Allem war es ein sehr erfolgreicher Tag.

Rauch stieg bereits aus den Fenstern des Zwei-Parteien-Hauses in der Neesbacher Straße auf. Kurz darauf ertönte das Martinshorn aus verschiedenen Richtungen und auch Blaulicht war schnell zu sehen. Rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Kirberg, Ohren, Dauborn, Neesbach und der technischen Einsatzleitung (TEL) kamen zur Gemeinschaftsübung in Dauborn zusammen.

Angenommen wurde ein Kellerbrand im Bereich der Sauna, mehrere Personen galten als vermisst. Somit gab es einiges zu tun für die Einsatzkräfte in und um das vollständig verrauchte Haus:
Die Feuerwehrleute aus Dauborn konnten bereits von ihrem Feuerwehrhaus aus das Szenario erkennen und waren schnell vor Ort. So begannen sie gleich eine Löschwasserversorgung aufzubauen, um unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Keller des betroffenen Gebäudes vorzugehen. Die Brandbekämpfung von außen, Straße absperren und die Einsatzstelle ausleuchten zählten ebenfalls zu den Aufgaben. Unterstützt wurden die Dauborner Kameraden dabei von den kurz darauf eintreffenden Neesbacher Feuerwehrleuten.

Löschangriff
Ausgestattet mit Schlauch, Atemschutzgerät und vielem mehr ging es in den Innenangriff.

Die anrückenden Kräfte aus Kirberg und Ohren nahmen sich direkt die Rückseite des Gebäudes vor. Schnell stand fest, dass nur der Einstieg über den Balkon zum Erreichen des Erd- und Obergeschosses in Frage kam. Während einige Trupps eine zweite Löschwasserversorgung hinter dem Haus aufbauten, wurde die Steckleiter an dem Balkon angebracht.

Steckleiter
Nur über die Leiter war der Zugang zu den oberen Etagen möglich.

Drei Trupps konnten so unter Atemschutz die oberen Stockwerke des Hauses nach vermissten Personen absuchen – keine leichte Aufgabe in einem vollkommen verrauchten, unbekannten Gebäude. Die insgesamt sechs vermissten Personen konnten jedoch schnell entdeckt, ins Freie gebracht und von den Feuerwehrsanitätern erstversorgt und betreut werden.

Menschenrettung
Die geretteten Personen wurden unmittelbar erstversorgt.

Die Leitung des Einsatzes übernahm der stellvertretende Gemeindebrandinspektor aus Dauborn. Er wies den ankommenden Feuerwehrleuten Aufgaben und Abschnitte zu, damit diese direkt wussten, was zu tun ist. Innerhalb der Abschnitte konnten die Abschnittsleiter dann Aufgaben an ihre Kräfte vergeben und koordinieren. Zur Unterstützung des Einsatzleiters und Dokumentation des Einsatzes wurde das Einsatzleitfahrzeug aus Heringen in Stellung gebracht. Dort saßen Mitglieder der Hünfeldener Führungsgruppe (TEL) am Funk und gaben aktuelle Meldungen zum Einsatz weiter.

TEL
Die TEL war im Einsatzleitfahrzeug am Werk.

Nach etwa einer Stunde war die Meldung „Einsatz beendet – zum Abbau fertig!“ dem Funk zu entnehmen. Alle Personen waren gerettet und der Löschangriff konnte erfolgreich beendet werden. Nun wurde alles an Material für den nächsten Einsatz wieder fachgerecht in den Fahrzeugen verstaut, bevor es zur Abschlussbesprechung in das Dauborner Feuerwehrhaus ging. Dort fanden die Einsatzkräfte zur Stärkung auch einen kleinen Imbiss vor, den der Vorsitzende des Dauborner Feuerwehrvereins für die fleißigen Einsatzkräfte bereitgestellt hatte.
Die Bilanz des Abends: Die Herausforderung der Koordination einer solchen Anzahl von Einsatzkräften bei einem angenommenen Großeinsatz wurde erfolgreich gemeistert.

Das Vorgehen im Innenangriff in 600 bis 800 Grad heißen Räumen mit realem Feuer üben, sich während eines Flashovers im Raum befinden, ein Hohlstrahlrohr-Training und wichtige theoretische Inhalte zum Innenangriff – all das durften 14 Atemschutzgeräteträger aus Hünfelden bei der Heißausbildung in Gießen lernen und erleben.

Groß war das Interesse an dem Angebot in dem Trainingszentrum Mittelhessen. 14 Atemschutzgeräteträger aus den Hünfeldener Ortsteilen durften letztlich an der Ausbildung nahe Gießen teilnehmen. Zunächst wurden im Rahmen eines Theorieblocks wichtige Informationen zum Umgang mit dem Holstrahlrohr, zum zeitlichen Ablauf der Brandausbreitung und Rauchgasdurchzündung (Flashover) und zu Taktiken im Innenangriff zusammengefasst.

Ausgestattet mit Brandbekämpfungsanzug, Helm und Atemschutzgerät ging es im Anschluss weiter in die Praxis: In einem Container mit brennenden Holzpaletten sitzend konnten die Teilnehmer sich an die Brandwärme gewöhnen und bekamen eine Rauchgasdurchzündung mehrfach vorgeführt. So wurde den Feuerwehrleuten anschaulich und realitätsnah gezeigt, welche Anzeichen für eine solche Durchzündung zu erkennen sind und wie es sich anfühlt, wenn sich das Feuer plötzlich schlagartig über dem eigenen Kopf ausbreitet. Dabei wurden die physischen Belastungen durch Hitze und Rauch sowie die Grenzen der persönlichen Schutzausrüstung aufgezeigt. Eine spannende Erfahrung, die sicherlich sehr hilfreich im Hinblick auf das Verhalten bei solchen Brandszenarien ist.

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Bedrohlich schwarze Rauchwolken stiegen aus den Containern, in denen sich die Teilnehmer befanden.

Der dritte Teil der Ausbildung bestand aus einem Hohlstrahlrohrtraining: Das truppweise Vorgehen bei der Türöffnung konnte ausführlich geprobt werden – der Einsatz von Bandschlinge und Feuerwehraxt war dabei nicht unerheblich. Auch die Löschtechniken vom Temperaturcheck, der Rauchgaskühlung bis hin zum Selbstschutz und zum Feuer einfassen konnten unter fachmännischer Anleitung geübt werden.

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Die Türöffnung und der Umgang mit dem Hohlstrahlrohr wurden ausgiebig geübt.

Zum Abschluss der Ausbildung wurden alle Inhalte zusammengesetzt: Truppweise gingen die Teilnehmer in die Brandcontainer zur Personensuche und Brandbekämpfung vor. Nachdem im vollkommen dunklen Container eine Kriechstrecke mit voller Montur absolviert wurde, ging es in den ersten Brandraum.

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Voll ausgestattet ging es zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in die Brandcontainer.

Schwarzer, dichter Rauch lag in der Luft und die Temperaturen stiegen schlagartig auf rund 600 Grad an. Mit einem gefüllten, schweren Schlauch im Schlepptau und einem Ausbilder mit Wärmebildkamera an der Seite galt es, die Räume nach einer vermissten Person abzusuchen. Dabei wurden immer wieder neue Türen entdeckt, hinter denen auch Feuer loderten. Wie zuvor im Strahlrohrtraining geübt, musste die Türöffnung nun blind funktionieren – eine gute Kommunikation im Trupp war dabei von größter Bedeutung. Auch ein Obergeschoss musste entdeckt und abgesucht werden. Schließlich sollte die gefundene Person ins Freie gebracht werden, was bei einem insgesamt knapp 30-minütigen körperlich anstrengenden Einsatz in den realen Brandräumen oft die letzte Kraft gekostet hat. In einer kurzen Nachbesprechung des Einsatzes konnte der Ausbilder dem Trupp schließlich noch den ein oder anderen Tipp für die Zukunft mit auf den Weg geben.

Geduscht und gestärkt waren sich am Ende alle Teilnehmer einig: Jede Menge Eindrücke und Erfahrung konnte an diesem Ausbildungstag mitgenommen werden. Das eigene Verhalten in Brandräumen wurde getestet und jeder konnte seine persönlichen Grenzen kennen lernen – eine bessere Vorbereitung für einen realen Brandeinsatz kann es wohl nicht geben.

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Wie eine Freiwillige Feuerwehr aussieht wissen die rund 20 Löschzwerge der Kinderfeuerwehr Neesbach sehr genau. Wie es sich aber anfühlt, bei einer Berufsfeuerwehr zu arbeiten, erfuhren die Kids und ihre Betreuer hautnah bei ihrem Ausflug zur Berufsfeuerwehr in Offenbach.
Zu Beginn wurden sie von Christoph Viehmann begrüßt, der nicht nur freiwilliger Feuerwehrmann in Neesbach, sondern auch Berufsfeuerwehrmann in Offenbach ist.
Los ging es mit einer Führung durch den Fuhrpark, wo die Kids verschiedene Feuerwehrautos wie das HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug), Sonderfahrzeuge wie einen Unimog mit Schlauchboot oder auch Rettungswagen bestaunten. Das absolute Highlight war dann die Fahrt mit der Drehleiter, die die Kinder bis zu 30 Meter über die Dächer von Offenbach beförderte.


Wo die Feuerwehrmänner und -frauen während ihrer 24-Stunden Schicht schlafen, essen und trainieren, konnten die Löschzwerge auch herausfinden: In der Wache besichtigten sie die Schlaf- und Gemeinschaftsräume sowie die Atemschutzübungsstrecke. Besonders beeindruckt waren alle von der Leitstelle, wo alle Notrufe aus der Stadt Offenbach eingehen und bearbeitet werden.
Die Führung wurde durch zwei Alarmierungen der Feuerwehr unterbrochen. Hier erlebten die Kids hautnah, wie schnell die Feuerwehrmänner mit ihren Autos ausrücken, wenn es ernst wird.
Beim gemeinsamen Abschluss in der Grillhütte bedankten sich die Löschzwerge mit zwei selbstgebackenen Käsekuchen bei Christoph und seinen Kollegen für den tollen Nachmittag!