Rauch stieg bereits aus den Fenstern des Zwei-Parteien-Hauses in der Neesbacher Straße auf. Kurz darauf ertönte das Martinshorn aus verschiedenen Richtungen und auch Blaulicht war schnell zu sehen. Rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Kirberg, Ohren, Dauborn, Neesbach und der technischen Einsatzleitung (TEL) kamen zur Gemeinschaftsübung in Dauborn zusammen.

Angenommen wurde ein Kellerbrand im Bereich der Sauna, mehrere Personen galten als vermisst. Somit gab es einiges zu tun für die Einsatzkräfte in und um das vollständig verrauchte Haus:
Die Feuerwehrleute aus Dauborn konnten bereits von ihrem Feuerwehrhaus aus das Szenario erkennen und waren schnell vor Ort. So begannen sie gleich eine Löschwasserversorgung aufzubauen, um unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Keller des betroffenen Gebäudes vorzugehen. Die Brandbekämpfung von außen, Straße absperren und die Einsatzstelle ausleuchten zählten ebenfalls zu den Aufgaben. Unterstützt wurden die Dauborner Kameraden dabei von den kurz darauf eintreffenden Neesbacher Feuerwehrleuten.

Löschangriff
Ausgestattet mit Schlauch, Atemschutzgerät und vielem mehr ging es in den Innenangriff.

Die anrückenden Kräfte aus Kirberg und Ohren nahmen sich direkt die Rückseite des Gebäudes vor. Schnell stand fest, dass nur der Einstieg über den Balkon zum Erreichen des Erd- und Obergeschosses in Frage kam. Während einige Trupps eine zweite Löschwasserversorgung hinter dem Haus aufbauten, wurde die Steckleiter an dem Balkon angebracht.

Steckleiter
Nur über die Leiter war der Zugang zu den oberen Etagen möglich.

Drei Trupps konnten so unter Atemschutz die oberen Stockwerke des Hauses nach vermissten Personen absuchen – keine leichte Aufgabe in einem vollkommen verrauchten, unbekannten Gebäude. Die insgesamt sechs vermissten Personen konnten jedoch schnell entdeckt, ins Freie gebracht und von den Feuerwehrsanitätern erstversorgt und betreut werden.

Menschenrettung
Die geretteten Personen wurden unmittelbar erstversorgt.

Die Leitung des Einsatzes übernahm der stellvertretende Gemeindebrandinspektor aus Dauborn. Er wies den ankommenden Feuerwehrleuten Aufgaben und Abschnitte zu, damit diese direkt wussten, was zu tun ist. Innerhalb der Abschnitte konnten die Abschnittsleiter dann Aufgaben an ihre Kräfte vergeben und koordinieren. Zur Unterstützung des Einsatzleiters und Dokumentation des Einsatzes wurde das Einsatzleitfahrzeug aus Heringen in Stellung gebracht. Dort saßen Mitglieder der Hünfeldener Führungsgruppe (TEL) am Funk und gaben aktuelle Meldungen zum Einsatz weiter.

TEL
Die TEL war im Einsatzleitfahrzeug am Werk.

Nach etwa einer Stunde war die Meldung „Einsatz beendet – zum Abbau fertig!“ dem Funk zu entnehmen. Alle Personen waren gerettet und der Löschangriff konnte erfolgreich beendet werden. Nun wurde alles an Material für den nächsten Einsatz wieder fachgerecht in den Fahrzeugen verstaut, bevor es zur Abschlussbesprechung in das Dauborner Feuerwehrhaus ging. Dort fanden die Einsatzkräfte zur Stärkung auch einen kleinen Imbiss vor, den der Vorsitzende des Dauborner Feuerwehrvereins für die fleißigen Einsatzkräfte bereitgestellt hatte.
Die Bilanz des Abends: Die Herausforderung der Koordination einer solchen Anzahl von Einsatzkräften bei einem angenommenen Großeinsatz wurde erfolgreich gemeistert.