Freiwillige Feuerwehr Hünfelden

NACHRUF

In tiefer Betroffenheit haben wir die Nachricht

vom Tod des langjährigen stellv. Wehrführers des Wehr Hünfelden – Nauheim erhalten.

Herrn Horst Müller

*14.01.1938         †07.11.2018

                                                                                   

Wir trauern um einen Menschen, für den Hilfsbereitschaft und Kameradschaft nicht nur Worte, sondern eine Lebenseinstellung waren.

Während seinen langjährigen Einsatz von 20 Jahren als stellv. Wehrführer hat er sich zum Wohle seiner Mitmenschen der Gemeinde Hünfelden/Nauheim verdient gemacht.

Durch seinen Tod hat die Freiwillige Feuerwehr Nauheim einen beliebten, von allen

geschätzten Kameraden verloren.

Die Freiwillige Feuerwehr spricht der Familie und den Angehörigen ihr tiefstes

Mitgefühl aus und trauert mit Ihnen.

 

Silvia Scheu-Menzer                            Mario Bauer                                      Jürgen Wilhelm

Bürgermeisterin                       Gemeindebrandinspektor                             Wehrführer

Gemeinde Hünfelden                       Feuerwehr Hünfelden                      Feuerwehr Nauheim

Am 04.11.2018 fand die diesjährige Abschlussübung der Feuerwehren Kirberg und Ohren statt. Das Übungsobjekt war die „Schottener Wohn- und Pflegeeinrichtung“ in Kirberg, welche aktuell 48 Bewohner umfasst.

Bei dem angenommenen Übungsszenario handelte es sich um einen Brandausbruch im Aufenthaltsbereich des ersten Obergeschosses im vorderen Gebäudeteil, zwei Personen galten zunächst als vermisst. Um den umfangreichen Einsatz zu organisieren, wurden mehrere Abschnitte gebildet, die von dem Einsatzleiter und örtlichen Wehrführer Jürgen Lang aufeinander abgestimmt wurden.

Der Abschnittsleiter „Innenangriff“ musste alle Trupps im Innenangriff unter Atemschutz koordinieren, was sich als sehr komplex herausstellte. Insgesamt fünf Trupps suchten parallel Erdgeschoss, erstes Obergeschoss und Dachgeschoss nach Personen ab. Die obersten Aufgaben der Trupps lagen bei der Menschenrettung und der Brandbekämpfung.

Menschenrettung

Ein Sicherheitstrupp wurde nach der Meldung „Feuer aus!“ ebenfalls zur Menschenrettung eingesetzt, da noch zwei weitere Personen im Gebäude vermutet wurden. So konnte eine Person im Lüftungsraum des Dachgeschosses und eine weitere Person im Abstellbereich gefunden werden. Auch der zweite Rettungsweg über die Steckleiter wurde bei der Menschenrettung genutzt. Der Melder des LF 16 übernahm die gesamte Atemschutzüberwachung, unterstützt durch den Melder des LF 8.

Atemschutzüberwachung

Auch die Technische Einsatzleitung (TEL), bestehend aus Feuerwehrkameraden der Führungsgruppe Hünfelden, war bei der Übung vor Ort: Ihre Aufgabe bestand darin, die Evakuierung des ersten Obergeschosses mit rund 24 Bewohnern durchzuführen und den Bereitstellungsraum für weitere Einsatz- und Hilfskräfte aufzubauen. Außerdem übernahm sie den Funkkontakt zwischen Leitstelle und Einsatzleitung sowie die Einsatzdokumentation.

Da der Brandausbruch auch von außen deutlich sichtbar war, wurde zudem unmittelbar ein Löschangriff von außen aufgebaut. Der Abschnittsleiter „Wasserversorgung und Außenangriff“ hatte dafür die Mannschaften des LF 8, des TSF sowie des MTF zu koordinieren. Alle vorhandenen Atemschutzgeräteträger wurden zuvor dem Abschnittsleiter „Innenangriff“ übergeben. Die Wasserentnahme erfolgte aus einem nahegelegenen Unterflurhydranten, sodass der Außenangriff mit drei Strahlrohren schnell aufgebaut war. Aufgrund der hohen Lage des Gebäudes und dem großen Wasserbedarf gestaltete sich die Wasserversorgung jedoch schwierig. Sechs Strahlrohre waren insgesamt im Innen- und Außenangriff im Einsatz, sodass eine große Menge Löschwasser mit ausreichendem Druck gefragt war. Es wurde daher eine weitere, unabhängige Wasserversorgung über eine lange Wegstrecke von 450 Metern ab dem Feuerwehrhaus in Kirberg gelegt. Hierfür wurden der gesamte Schlauchanhänger des LF 8 sowie sämtliche weitere vorhandene Rollschläuche verwendet.

Wasserversorgung

Der erfolgreichen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte in allen Bereichen war letztlich zu verdanken, dass auch ein solch großes Brandszenario in rund zwei Stunden bewältigt werden konnte.

„Brand in der Maschinenhalle eines Bauernhofes, mehrere Personen werden vermisst“ – so lautete der Einsatzauftrag, mit dem Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehr Kirberg zur gemeinsamen Übung alarmiert wurden. Aus je zwei „Jungen“ und einem „Alten“ setzten sich die vorgehenden Trupps bei diesem Szenario zusammen. So konnten einsatztaktische Grundlagen aus der Einsatzabteilung an jeder Stelle individuell an die jungen Trupps weitergegeben werden.

 Zunächst erkundeten die Gruppenführer die Lage und fanden heraus, dass sich neben der brennenden Maschinenhalle auch ein Autounfall mit überrollter und eingeklemmter Person ereignet hatte. Nach kurzer Abstimmung innerhalb des Führungsteams war klar, wie die Aufgaben unter den Fahrzeugen verteilt werden sollten: Die Mannschaft des LF 16 war für die Befreiung der verunfallten Person unter dem Fahrzeug zuständig, da das LF 16 alle notwendigen Materialien für die technische Hilfeleistung bereithielt. Das Unfallfahrzeug wurde mit Rüstholz unterbaut und für das Anheben mit den Lufthebekissen vorbereitet. Dabei kamen auch einige taktische Grundlagen des TH-VU Lehrgangs zum Zug, welchen Kameraden der Einsatzabteilung erst vor Kurzem besucht hatten. Parallel dazu wurde die eingeklemmte Person betreut und Sanitätsmaterial bereitgestellt.

Verkehrsunfall
Viele Hände waren gefragt, um die Person unter dem Fahrzeug zu befreien.

Auch die Mannschaften des LF 8 und des MTF waren fleißig: Sie bauten die Wasserversorgung aus einem nahegelegenen Unterflurhydranten auf und bereiteten den Löschangriff vor. Drei Trupps rüsteten sich mit den Atemschutzgeräten und präparierten Masken aus, sodass sie realistisch bei nahezu keiner Sicht vorgehen mussten. Wie im realen Einsatz wurde nun zunächst die Türöffnung geübt, bevor die Dreiertrupps die Halle betraten und rechter bzw. linker Hand entlang absuchten, um die vermissten Personen und die Feuerquellen zu finden.

Türöffnung
Hier lernten die Jugendlichen die taktische Vorgehensweise beim Öffnen einer Tür zu einem Brandraum.

Eine spannende wie auch anstrengende Aufgabe für die Jugendlichen – in der dunklen Halle mussten die Trupps sich voll und ganz auf ihren Tastsinn und ihre Kommunikation verlassen. Zudem war ein erhebliches Maß an Kraft gefordert, um den mit Wasser gefüllten Schlauch mit durch die gesamte Halle zu ziehen. Doch die Teamarbeit und der Krafteinsatz zahlte sich aus: Zwei Erwachsene und ein Kleinkind wurden in der Halle gefunden und gemeinschaftlich ins Freie getragen.

Innenangriff
Geschickt arbeiteten sich die Trupps durch die Halle vor und konnten die vermissten Personen finden.

Dort übernahmen weitere Trupps die Personenbetreuung und gaben ihr Bestes im Bereich der ersten Hilfe. Auch die Feuer in der Halle konnten entdeckt und gelöscht werden. Die Jugendlichen im Innenangriff haben dabei einiges über den Atemschutzeinsatz gelernt – besonders die Anstrengung blieb in Erinnerung. Unverstellbar war jedoch auch die langsame Geschwindigkeit, mit der sie sich aufgrund mangelnder Sicht fortbewegten – so schien die von außen übersichtlich aussehende Halle im Inneren plötzlich unendlich lang zu sein.
Draußen bauten die verbleibenden Trupps währenddessen weitere Rohre zum Löschen und zum Schutz der benachbarten Gebäude auf. Ebenso wurden mehrere Lichtmasten in Stellung gebracht, um die Einsatzstelle von allen Seiten her zu beleuchten.

 Dabei halfen die älteren Einsatzkräfte den Jugendlichen stets beim Aufbauen der notwendigen Aggregate und Materialien und konnten anleiten, wie bei den verschiedenen Aufgaben vorgegangen wird. So wurden Hand in Hand alle Einsatzaufträge in nur einer Stunde komplett erledigt – rund 40 Einsatzkräfte haben dabei einiges gelernt und ihr Wissen weitergeben können.

Unser aktiver Feuerwehrkamerad Nick Netter aus der Wehr Nauheim
ist gestern Nacht viel zu früh von uns gegangen.

Wir trauern um unseren Kameraden und sind in Gedanken bei seiner Familie
und den Nauheimer Kameradinnen und Kameraden.

R.I.P. lieber Nick

Wappen mit Trauerflor.jpg

Am 30.09.2018 wurde die Jugendflamme in Villmar-Weyer abgenommen. Die Jugendflamme ist eine Auszeichnung für Jugendliche der Jugendfeuerwehr, die aus drei Stufen besteht. Dabei wird einiges an feuerwehrtechnischem Wissen und Können voraussetzt. Sie besteht jeweils aus einem Fragebogen, einer Schaumübung, Erste- Hilfe, einer Präsentation (nur für Stufe 3), einem sportlichen Teil und einer Verkehrsabsicherung. Die Aufgaben mussten jeweils in Gruppen bewältigt werden.

Gruppenfoto

Die erste Aufgabe bestand daraus, den Fragebogen zu meistern: Von 20 Fragen mussten mindestens 15 richtig beantwortet sein. Keine leichte Aufgabe, denn die Fragen reichten von „Wie heißt die Bundeskanzlerin?“ bis zu „Was bedeutet DLK 18/12?“.

Fragebogen

Nachdem diese Hürde überstanden war, ging es über zur Präsentation. Mit dem Thema „Die Geschichte der Jugendfeuerwehr im Kontext zu Kirberg“ wird der Vortrag gleichzeitig als Grundlage zur Festschrift des Jubiläums der Jugendfeuerwehr im Jahre 2020 genutzt.
Auf die erfolgreiche Präsentation folgten die Stationen des sportlichen Teils, der aus Aufgaben wie Feuerwehrknoten anlegen, einen Schlauch fehlerfrei auswerfen und ankuppeln und eine Feuerwehrleine werfen bestand - natürlich alles unter Zeitdruck. Als auch das ohne Fehler gemeistert wurde und alle übrigen Disziplinen bestanden waren, ging es an die Schaumübung.

Befehlsgabe

Da mehrere Jugendliche die Stufe 2 und Stufe 3 absolvierten, mussten sie die Übung teilweise sogar zweimal mitmachen. Ohne ernsthafte Schwierigkeiten wurde die Übung dann vollzogen und die Gruppe wurde vom Wertungsrichter gelobt.

Schaumangriff Stufe3

Es sollte also keine Überraschung mehr sein, dass alle Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Kirberg bestanden haben. Insgesamt haben neun Jugendliche die Jugendflamme Stufe 2 erhalten und sieben Jugendliche die Stufe 3. Alles im Allem war es ein sehr erfolgreicher Tag.